Operationen
Operation der Rachenmandel (Polypen) und/oder Gaumenmandeln (Adenotomie / Tonsillotomie / Tonsillektomie)
Im Bereich des lymphatischen Rachenringes wird zwischen den paarig angelegten Gaumenmandeln und der Rachenmandel („Polypen“) unterschieden. Die Rachenmandel ist in der Regel nur bei Kindern vergrößert und verursacht dadurch Beschwerden. Die Rachenmandeln (Polypen) werden nach wie vor bei einigen Kindern oft unnötigerweise entfernt. Notwendig ist diese Operation aus unserer Sicht nur, wenn Dauerinfektionen der Nase vorliegen und/oder die Ohren nicht ausreichend belüftet werden. Es entsteht dann ein sog. Paukenerguss (Verschleimung des Mittelohres), der über Monate vorhanden sein und so zu Höreinschränkungen bzw. langfristig auch zu Sprachentwicklungsverzögerungen bei den Kindern führen kann. Bei immer wiederkehrenden Hörstörungen durch Verschleimung des Mittelohres und der Ohrtrompete kann auch die Einlage von Paukenröhrchen sinnvoll sein. Eingesetzte Titan-Paukenröhrchen bleiben ca. 12 Monate in Funktion und fallen dann in der Regel in den Gehörgang, wo sie ohne Probleme während einer Ohrreinigung durch uns wieder entfernt werden können
Nur weil Ihr Kind schnarcht, müssen die Polypen aber sicher nicht entfernt werden. Sollten Sie allerdings Atemaussetzer bei Ihrem Kind feststellen, kann dies für die Kinder genauso gefährlich sein wie für uns Erwachsene. In diesem Zusammenhang spricht man auch von einem kindlichen obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom (OSAS). In solchen Fällen macht eine gleichzeitige Mandelverkleinerung (Tonsillotomie) Sinn.
Die Gaumenmandeln sind für die Abwehr von Bakterien sehr wichtig, so dass eine operative Entfernung immer der letzte Schritt sein sollte.
Um einzuschätzen, ob die Mandeln für Sie oder Ihr Kind gesundheitsschädigend sind und entfernt werden müssen, ist eine Untersuchung in unserer Praxis notwendig. Treten mindestens 6 Halsschmerzepisoden mit/ohne Fieber pro Jahr auf, besteht der Verdacht auf eine chronische Entzündung, und es wird eine operative Entfernung der Gaumenmandeln empfohlen.
Die Adenotomie und Tonsillotomie mit oder ohne Paukenröhrcheneinlage werden ambulant durchgeführt, d. h. Sie können Ihr Kind noch am Tage der Operation wieder mit nach Hause nehmen. Besteht ein kindliches obstruktives Schlafapnoe-Syndrom (OSAS) bleiben die Kinder nach der Operation 1 Nacht stationär.
Der Krankenhausaufenthalt bei einer Tonsillektomie beträgt 5 – 7 Tage unabhängig vom Patientenalter.
Alle Eingriffe dieser Art werden in Vollnarkose durchgeführt. Nach einer Mandelentfernung ist mit einer Arbeitsunfähigkeit von bis zu 3 Wochen zu rechnen.
